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KARIN (1962)

Eine Fernseherzählung von Benno Pludra

Foto: Waltraud Denger; “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 29/1962, Seite 15; im Bild: Karin Schröder, die Hauptdarstellerin.

Foto: Waltraud Denger; “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 29/1962, Seite 15; im Bild: Karin Schröder, die Hauptdarstellerin.

Autor: Benno Pludra
Dramaturgie: Evelyn Heyden
Szenenbild: Helmut Korn
Inszenierung: Hans-Erich Korbschmitt
(Anmerkung: In der Zeitschrift “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 24/1962, Seite 16, wurde als Verantwortlicher für die Inszenierung noch angegeben: Percy Dreger; wurde dann offenbar durch Hans-Erich Korbschmitt ersetzt.)

Personen und ihre Darsteller:

Karin (Karin Schröder), Frau Leitzke (Brigitte Lindenberg), Franz Leitzke (Erich Brauer), Tante Erna (Berti Deutsch), Tante Lotti (Liska Merbach), Inge (Ulla Edelhoff), Mischa (Eckhard Bilz), Geschichtslehrer (Wolfgang Brunecker).
Anmerkung: In der Zeitschrift “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 24/1962, Seite 16, wurde als Darsteller des Franz Leitzke noch der Schauspieler Rudolf Christoph genannt; in der Erstausstrahlung im Juli agierte dann aber Erich Brauer in dieser Rolle.

Weitere Darsteller:

Theo Mack, Luise Osske, Hans-Hartmut Krüger, Max A. Schleyer, Lothar Schellhorn, Heinz Lösche, Werner Pfeifer, Eva Fieweger, Johannes Siegert.
(Anmerkung: In der Besetzungsliste zur Neuinszenierung von Karin, die am 04.10.1962 gesendet wurde, wurde Luise Osske nicht mehr genannt, dafür aber neu: Eva Plate-Richter).

Sendedaten:

Erstausstrahlung: 15.07.1962 (war ursprünglich schon für den 12.06.1962 angekündigt; siehe “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 24/1962, Seiten 1/16/17)
Wiederholung: 12.08.1962
Neuinszenierung ausgestrahlt am: 04.10.1962

Inhalt:

Das “Zentralorgan” der SED, die Zeitung “Neues Deutschland”, hatte im Februar 1962 in einem Beitrag über die Berliner Oberschülerin Karin N. berichtet; selbige war durch ihre Eltern zur Republikflucht aus der DDR gezwungen worden. Unter tiefen inneren Konflikten hatte sie sich aber letztlich entschieden, ihre im Westen bleiben wollenden Eltern zu verlassen und zu ihren Freunden und Kameraden in die DDR zurückzukehren. Auf Grundlage ihrer Schilderungen verfasste der Schriftsteller Benno Pludra diese Fernseherzählung.
Wenige Wochen vor dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961: Karin, eine 16jährige Schülerin, fährt mit ihren Eltern zu einem Verwandtenbesuch nach Westberlin. Hier wird das Mädchen von ihrem Vater darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Familie aus der DDR geflüchtet sei und nicht mehr dorthin zurückkehren werde. Einwände der Tochter dagegen lassen Karins Eltern nicht gelten. Am nächsten Tag meldet sich Familie Leitzke im Flüchtlingslager Marienfelde. Der Vater wird von den dortigen Behörden als politischer Flüchtling anerkannt, und die Familie wird per Flugzeug in ein Lager nach Frankfurt (Main) verbracht. Das Barackenleben ist für Karin wie ein Alptraum; in Briefen berichtet sie ihrer Ostberliner Freundin Inge (Ulla Edelhoff) darüber. Die Mutter versucht in dieser Zeit gegenüber Karin, den Sozialismus schlecht zu reden und die Vorteile des Lebens in Westdeutschland in den schillerndsten Farben zu malen. Doch Karin kann sich mit ihrem neuen Umfeld nicht anfreunden; sie verschmäht die Jungmädchenliteratur im Lager und liest lieber Werke von Gorki; sie begeistert sich für den Weltraumflug des sowjetischen Kosmonauten Titow, und sie teilt die Meinung ihres Vaters zum Mauerbau im August 1961, der davon in höchstem Maße empört ist, nicht.
Dann zieht die Familie ins Ruhrgebiet nach Bochum. Doch auch hier fühlt sich Karin nicht wohl, Freude ist für sie zum Fremdwort geworden. Der erste Schultag wird für sie zu einer Art Spießrutenlauf; bornierte Lehrer und übertrieben neugierige Klassenkameradinnen machen ihr die Eingewöhnung sehr schwer.
So reift in Karin immer mehr die Gewissheit, dass sie unbedingt in ihre Heimat, nach Ostberlin, zurückkehren will. Als sie das Geld für die Bahnfahrkarte zusammengespart hat, setzt sie sich in den Zug und verlässt ihre Eltern. Nur eine kurze Nachricht hat sie ihnen hinterlassen. Die Mutter regt sich darüber sehr auf und will umgehend die Polizei einschalten, um ihre Tochter zurückzuholen. Doch der Vater wiegelt ab, er ist inzwischen der Meinung, dass es für Karin wohl das Beste ist.
Das Mädchen ist überglücklich, wieder bei ihren Schulfreunden in Ostberlin zu sein. Unterschlupf findet sie bei ihrem Onkel, einem Mitglied der SED.
Das Fernsehspiel “Karin” erfuhr trotz guter Pressekritiken (siehe “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 32/1962, Seite 13) dann doch eine Überarbeitung; die Neuinszenierung wurde am 4. Oktober 1962 gesendet. Grund für diese Aktion war wohl der Umstand, dass es der Fernsehdramatik der DDR in noch in stärkerem Maße gelingen sollte, den reaktionären Charakter des kapitalistischen Systems zu entlarven. Und nach der “Sicherung der DDR-Staatsgrenze durch den Bau des antifaschistischen Schutzwalls in Berlin” sollte die Identifikation der Bürger mit ihrem Staat, der sich nach dem Mauerbau zu festigen schien, in höherem Maße befördert werden als bisher. Also galt es, den “Segen” der Mauer für die DDR noch präziser und positiver via Bildschirm in die Wohnzimmer der Leute in diesem Staat zu tragen.

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