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GLÄSERNE FACKEL, DIE (EPISODENFÜHRER) (1989)

Ein siebenteiliger Film des Fernsehens der DDR

Szenarium: Joachim Kunert/Wolfgang Held
Dramaturgie: Wenzel Renner
Szenenbild: Anna-Sabine Diestel/Karin Schmidt/Katrin Steinmann
Kostüme: Margitta Hinrichs
Kamera: Walter Laaß/Walter Küppers
Musik: Bernd Wefelmeyer
Produktionsleitung: Peter Jährig
Aufnahmeleitung: Tilo Mittelstraß
Regie: Joachim Kunert

Personen und ihre Darsteller:

Siehe im Übersichts-TV-Dokumentationsblatt zu “Die gläserne Fackel”

Sendedaten:

08.10.1989 - 19.11.1989 I. PR. Erstausstrahlungen (Details siehe unten bei den einzelnen Folgen)

Inhalt:

Teil 1: “Die Gründung” (08.10.1989 I. PR. Erstausstrahlung; 09.10.1989 I. PR. Wiederholung).
Zeitraum der Handlung: 1866-1888
In Jena hat Carl Zeiss (Alfred Müller) eine Werkstatt gegründet, in der anfänglich 20 Gesellen täglich für zwölf Stunden und für einen geringen Lohn beschäftigt sind. Von 1866 bis 1888 entwickelt sich der Betrieb zu einer Produktionsstätte mit 250 Arbeitern; die Jenaer Glashütte ist die erste Fabrik der Welt, die optisches Glas herstellt. Deren Produkte werden an Kunden in der ganzen Welt ausgeliefert. Diesen rasanten Aufstieg seines Unternehmens hat Carl Zeiss vorrangig der wissenschaftlichen Mitarbeit des Privatdozenten Ernst Abbé (Jürgen Reuter) und den Fähigkeiten des Chemikers und Glasspezialisten Friedrich Otto Schott (Detlef Gieß) zu verdanken.
Der 19jährige Franz Steinhüter (Tobias Bock), unehelicher Sohn eines Dienstmädchens, schwört in Anwesenheit von Carl Zeiss einen Treueid, womit die Geschicke seiner künftigen Familie über fünf Generationen mit der Entwicklung der Firma Carl Zeiss Jena verbunden sein sollten, in guten wie in schlechten Zeiten, in Krieg und Frieden. Seine Mutter Karoline (Walfriede Schmitt) hatte ihren “Fehltritt” über viele Jahre verschwiegen; an einem Sommertag des Jahres 1866 aber stand der Junge vor der Tür des gutbürgerlichen Hauses der Zeiss-Familie, weil der Großvater, bei dem er aufwuchs, verstorben war. Karoline legte bei den Herrschaften ein gutes Wort für Franz ein, so dass er bei Zeiss eine Lehre beginnen konnte - wenn auch unter schlechten Bedingungen.

Teil 2: “Die Stiftung” (15.10.1989 I. PR. Erstausstrahlung; 16.10.1989 I. PR. Wiederholung.)
Zeitraum der Handlung: 1889-1905
Auch nach dem Tod des Prinzipalen laufen die Geschäfte des Zeiss-Werks gut. Die Fabrik in Jena wird hochachtungsvoll das “optische Auge der Welt” genannt. Professor Abbé gelingt es, gegen große Widerstände die Genehmigung für die Gründung einer Stiftung durchzusetzen, worin er quasi eine Garantie für den nachhaltigen Fortbestand des Unternehmens sieht. Zum anderen erkennen bestimmte Kräfte des Großkapitals die großen Möglichkeiten dieses Unternehmens mit Blick auf militärische Interessen. Das führt dazu, dass die Jenaer Firma letztlich in das profitable Rüstungsgeschäft einsteigt.
Großmutter Karoline erweist als Seele der Familie Steinhüter. Neben ihrer viel Kraft kostenden Arbeit als Putzfrau füllt sie nun auch ihre Mutterrolle intensiv aus. Franz Steinhüter (Hanns-Jörn Weber), ihr Sohn, ist inzwischen Vater von drei Söhnen; seine Frau verstarb bei der Geburt ihrer Zwillinge, so dass auch hier die Hilfe von Karoline gefragt ist. Paul (Walter Plathe), Franz’ ältester Sohn, wächst heran und soll natürlich auch ein echter Zeissianer werden. So begibt er sich, wie vor Jahren sein Vater, als Lehrling unter die Fittiche von Altmeister Löber (Jürgen Zartmann). Franz selbst hat sich über die Jahre zu einem sehr guten Mitarbeiter entwickelt; dank seiner guten Leistungen konnte er einen der begehrten Fensterplätze im Werk ergattern; er wird dann sogar als Werkmeister bei Zeiss beschäftigt, der sich allerdings von der Werksleitung korrumpieren lässt, obwohl er als Mitglied des Arbeiterausschusses eigentlich die Interessen seiner Kollegen vertreten müsste. Sein Sohn Paul geißelt diese Verhaltensweise als Verrat.

Teil 3: “Die Waffenschmiede” (22.10.1989 I. PR. Erstausstrahlung; 23.10.1989 I. PR. Wiederholung.)
Zeitraum der Handlung: 1905-1918
Im Jahre 1905 verstirbt Ernst Abbé. In den darauf folgenden Jahren ist sein Vermächtnis gefährdet, denn in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg gerät das Unternehmen durch konkurrierende Firmen unter Druck; so entwickelt sich Zeiss im Rahmen einsetzender Zentralisierungsprozesse zum größten feinmechanisch-optischen Konzern der ganzen Welt. Für die Belegschaft sind negative Folgen damit verbunden: Lohndrückerei und Kräfte zehrende Akkordarbeit. Zudem ist das Produktionssortiment sehr eng mit den Kriegsvorbereitungen des Großkapitals verknüpft.
Paul Steinhüter gerät in die Wirren des 1914 beginnenden ersten Weltkriegs hinein. So wie seine Zwillingsbrüder Karl (Jörg Schüttauf) und Maximilian (Dirk Wäger) wird er kurz nach Kriegsausbruch zum Militär einberufen, womit man sich bei Zeiss gleich mehrerer unbequemer Mitarbeiter erst einmal entledigt hat. An der Front macht er eine schockierende Entdeckung: die Zielfernrohre französischer Scharfschützen sind von Carl Zeiss in Jena hergestellt worden, und Pauls bester Freund wurde zum Opfer eines dieser Scharfschützen!
Maximilian hat sich in Olga (Janina Hartwig), die schöne Tochter eines jüdischen Puppenhändlers, verliebt. Die junge Frau hofft sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Geliebten aus dem Krieg, denn sie erwartet ein Kind. Doch dieses furchtbare Völkermorden hält bis zum Jahre 1918 an, und auch zwei Mitglieder der Familie Steinhüter sollten aus diesem Inferno nicht nach Hause zurückkehren.

Teil 4: “Der Konzern” (29.10.1989 I. PR. Erstausstrahlung; 30.10.1989 I. PR. Wiederholung.)
Zeitraum der Handlung: 1920-1942
Nach dem Untergang der Weimarer Republik durch die Machtergreifung der Nazis in Deutschland im Jahre 1933 brechen auch für die Zeiss-Werke und ihre Mitarbeiter “neue” Zeiten an. Alle wichtigen Kommandostellen im Unternehmen werden von eingefleischten Faschisten besetzt. Juden werden eliminiert, und das Statut der Zeiss-Stiftung wird im Sinne der Nazis geändert und angepasst. Hitler befiehlt, die Produktion der Zeisswerke in vollem Maße auf einen bevorstehenden Krieg einzustellen.
In mehrfacher Hinsicht zählt die Familie Steinhüter schon jetzt zu den Verlierern des Krieges. Unsagbares Leid ereilt sie wie viele andere Deutsche auch. Olgas große Liebe zu Maximilian hatte sich nicht erfüllt, und auch ihrer Vernunftehe mit dessen Zwillingsbruder Karl bleibt das Glück versagt. Als Letzterer nach Holland in einen Stützpunkt geheimer militärischer Auslandsgeschäfte von Zeiss Jena abgewandt wird, kommt es zu einer Katastrophe.

Teil 5: “Wendepunkte” (05.11.1989 I. PR. Erstausstrahlung; 06.11.1989 I. PR. Wiederholung.)
Zeitraum der Handlung: 1943-1953
Mit Ende des Zweiten Weltkriegs marschieren die Amerikaner in Jena ein. Sie kennen sehr wohl die Bedeutung der Zeiss-Werke, weshalb sie daran gehen, dem Unternehmen das “Gehirn” zu rauben: 14 Eisenbahnwaggons und Lastwagen werden mit unersetzlichen Werten wie Patenten, Forschungsergebnissen, Konstruktionsunterlagen und weiteren Betriebsunterlagen beladen und in die spätere amerikanische Besatzungszone im Westen Deutschlands verbracht. Entsprechend des Beschlusses der Alliierten verlassen sie dann das Land Thüringen.
Großes Leid hat der Krieg auch über die Familie Steinhüter gebracht. Toni (Renate Blume-Reed) muss den Verlust ihrer Tochter Lina (Silke Matthias) beklagen, und Paul Steinhüter wurde während eines schweren amerikanischen Bombenangriffs auf Jena unter brennenden Trümmern begraben. Auch Tonis Vater überlebt die Befreiung aus einem KZ nur um wenige Stunden.
Toni selbst, Schwiegertochter Helga (Hanna Mönig) und deren Sohn Robert zählen in den Nachkriegsjahren zu den fleißigen Kräften, die mit leerem Magen und dem Kopf voller Sorgen daran gehen, das Zeiss-Werk wieder funktionsfähig zu machen. Brillengläser, Mikroskope und Lampen für OP-Säle gilt es für den Aufbau einer neuen, friedlichen Gesellschaft zu produzieren. Doch dann gibt es den Befehl zur Demontage des Werks, mit dem das Ende von Zeiss Jena besiegelt zu sein scheint.

Teil 6: “Die Entscheidung” (12.11.1989 I. PR. Erstausstrahlung; 13.11.1989 I. PR. Wiederholung.)
Zeitraum der Handlung: 1973-1976
Die Jahre des Wiederaufbaus nach Ende des Zweiten Weltkriegs waren für die fleißigen Menschen im Jenaer Zeiss-Werk eine große Herausforderung. Nach all den vielen Schwierigkeiten, die zu meistern waren, steht der nun volkseigene Betrieb national wie international mit seinen Präzisionsprodukten gut da. Unter Leitung von Robert Steinhüter (Alfred Müller), dem aktuellen Generaldirektor des Zeiss-Kombinats zu Mitte der 1970er Jahre, geht man daran, in vielerlei Hinsicht die Weltspitze mit entsprechenden Produkten zu erringen. Das ist das erklärte Ziel der Arbeiter, Techniker und Wissenschaftler von Zeiss Jena, und ein herausragendes Beispiel ist die Multispektralkamera.
Für Robert Steinhüter, einem Nachkommen des Dienstmädchens Karoline und so in der Tradition des Werks eingebunden, ist mit seiner Funktion als oberster Chef gegeben, dass er den Großteil seiner Zeit im Dienste des Kombinats ableistet, was speziell Katrin (Solveig Müller) zu spüren bekommt. Robert ist dazu verdammt, in dieser Position keine Fehler zu begehen, ist aber als “normaler” Mensch aber auch nicht davor gefeit. So ist es für ihn wichtig, auf seine Mitstreiter vertrauen zu können. Und er braucht das Verständnis und die Unterstützung von Katrin, der es nicht leicht gefallen ist, ihrem gewohnten Umfeld in Berlin samt dem vertrauten OP-Saal und ihren Kollegen zu entsagen und nach Jena zu wechseln.

Teil 7: “Zukunftslinien” (19.11.1989 I. PR. Erstausstrahlung; 20.11.1989 I. PR. Wiederholung.)
Zeitraum der Handlung: 1980er Jahre
Aus der Werkstatt, mit der Carl Zeiss 1866 begann, hat sich das Unternehmen bis in die 1980er Jahre hinein zu einem Kombinat mit 25 volkseigenen Betrieben entwickelt. 69.000 Leute sind hier angestellt, und die Produktionspalette umfasst über 1000 Produkte. Laut Aussagen führender SED-Funktionäre ist das Kombinat zum Wegbereiter der so genannten “Schlüsseltechnologien” geworden, Prioritäten werden mit der Entwicklung von Hochleistungsoptik und Mikroelektronik gesetzt.
Bei den Steinhüters ist aber nicht jedes Familienmitglied automatisch mit Zeiss Jena verbunden. Lydia (Claudia Maria Meyer), die Tochter von Katrin und Robert, ist Musikerin geworden und kehrt gerade von ihrer ersten großen Tournee nach Hause zurück. Doch dahinter standen für die junge Frau auch nahezu 20 Jahre harter Arbeit, um dieses Niveau zu erreichen - verbunden mit dem Verzicht auf andere Interessensgebiete und ein erfülltes persönliches Glück. Lydias Ehemann Klaus Wittberg (Jürgen Scheithauer) dagegen arbeitet als Wissenschaftler bei Carl Zeiss und zählt hier zu den wichtigsten Stützen des Kombinatsdirektors, also seines Schwiegervaters. Klaus ist besonders auf eines stolz: mit einem von ihm mitentwickelten Operationsgerät konnte einem fast erblindetem Mann sein Augenlicht zurückgegeben werden.

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