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DREI SCHWESTERN (1960)

Fernsehinszenierung eines Schauspiels von Anton Tschechow

Foto:”Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 5/1960, Seite 18; im Bild: Margarete Taudte und Hans-Peter Minetti.

Foto:”Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 5/1960, Seite 18; im Bild: Margarete Taudte und Hans-Peter Minetti.

Deutsch von J. Guenther
Inszenierung: Heinz Hilpert
Bildregie: Horst Günther Flick

Personen und ihre Darsteller:

Andrej Sergejewitsch Presorow (Heinz Hinze), Natalja Iwanowna, seine Braut, später seine Frau (Antje Ruge), seine drei Schwestern: Olga (Ursula Burg), Marja (Inge Keller), Irina (Margarete Taudte), Fjodor Iljitsch Kulygin, Maschas Mann, Gymnasiallehrer (Walter Lendrich), Alexander Ignatjewitsch Werschinin, Batteriekommandeur (Wolfgang Langhoff), Baron Nikolai Lwowitsch Tusenbach, Leutnant (Hans-Peter Minetti), Wassilij Wassiljewitsch Ssoljony, Stabshauptmann (Fred Düren), Iwan Romanowitsch Tschebutykin, Militärarzt (Gerhard Bienert), Alexej Petrowitsch Fedotik, Unterleutnant (Wolfram Schaerf), Wladinmir Karlowitsch Rhodé, Unterleutnant (Bodo Mette), Ferapont, Wächter in der Kreisverwaltung (Fritz Hofbauer), Anfissa, Kinderfrau (Mathilde Danegger).

Sendedaten:

29.01.1960 Erstausstrahlung

Inhalt:

Anton Tschechow (1860-1904) gilt als einer der bedeutendsten Autoren der russischen Literatur, sein Theaterstück "Drei Schwestern" schrieb er im Jahre 1900, am 31. Januar 1901 wurde es in Moskau uraufgeführt. Tschechow ging es auch in diesem Werk um eine kritisch-realistische Darstellung gesellschaftlicher Verhältnisse im Russland seiner Zeit.Die Handlung von "Drei Schwestern" führt in die Familie der Presorows. Seit elf Jahren leben Andrej (Heinz Hinze) und seine drei Schwestern Olga, Mascha und Irina (Ursula Burg/Inge Keller/Margarete Taudte) in einem Haus in der trostlosen und unkultivierten Provinz Russlands. Ihr gemeinsamer Traum ist es, eines schönen Tages nach Moskau, in ihre Heimatstadt, zurückkehren zu können. Olga, die älteste Schwester, arbeitet seit vier Jahren am Gymnasium als Lehrerin, Mascha, die "mittlere" Schwester, ist mit dem spießigen und intellektuell beschränkten Lateinlehrer Kulygin (Walter Lendrich) verheiratet, und die jüngste Schwester, Irina, hat keinen Mann und übt auch keinen Beruf aus. Allerdings sehnt sie sich nach einem liebevollen Mann und nach einer Tätigkeit, in die sie ihre Fähigkeiten einbringen kann. Dies entwickelt sich im Verlauf der Handlung, als sie nach Stellen im Telegrafenamt und in der Stadtverwaltung das Lehrerinnenexamen ablegt. Der gebildete Leutnant Baron Tusenbach (Hans-Peter Minetti) ist es schließlich, der Irina liebt und ebenso wie sie auf der Suche nach einem sinnvollen Leben ist. Deswegen quittiert er auch seinen Dienst beim Militär und beginnt, in einer Ziegelei zu arbeiten. Irina kann zwar Tusenbachs Liebe gefühlsmäßig nicht erwidern, da aber ihr Wunsch nach der großen Liebe sich nicht zu erfüllen scheint, will sie Tusenbach dann doch heiraten.Mascha ist in ihrer Ehe nicht glücklich, weil die herausragende Eigenschaft ihres Gatten seine Selbstzufriedenheit ist. So verliebt sie sich in den stattlichen Oberstleutnant Werschinin (Wolfgang Langhoff), der - selbst auch in seiner Ehe glücklos- ihre Gefühle erwidert.Alle drei Schwestern aber hegen gemeinsame Hoffnungen in Bezug auf die Aktivitäten ihres Bruders, der in Moskau eine Professur anstrebt. Er geht eine Ehe mit Natascha (Antje Ruge), einem Mädchen aus der Provinzstadt, ein. Es zeigt sich, dass Natascha in hohem Maße dem rückständigen Niveau des provinziellen Lebens verhaftet ist. So kommt es, dass am Ende des Geschehens die Beziehungen und Hoffnungen der drei Schwestern scheitern: Tusenbach, mit dem Irina ein neues und sinnvolles Leben beginnen wollte, wird am Tag vor ihrer Hochzeit von einem zynischen Nebenbuhler in einem Duell getötet. Werschinin und Mascha trennen sich ohne Hoffnung auf ein Wiedersehen, als die Garnison des Offiziers in eine andere Stadt verlegt wird; Mascha kehrt zu ihrem ungeliebten Ehemann zurück. Auch Olgas Wunsch nach einer glücklichen Beziehung bleibt unerfüllt, sie sieht sich in ihrem Beruf überfordert. Und Andrej, der Bruder, hat sich von seiner herzlosen Frau, die ihn zudem noch mit seinem Vorgesetzten betrügt, in den Sumpf des Provinzlebens hineinziehen lassen. Da er im Spiel auch noch Schulden gemacht hat, muss er das Haus der Schwestern verpfänden und versinkt in absolute Lethargie. Nur Natascha, die sich im Zug der Ereignisse als Despotin erweist, kommt an ihr Ziel: sie verweist ihre drei Schwägerinnen des Hauses und sieht ihren Mann als ein ihr willenlos ausgeliefertes Wesen; ihre zwei Kinder allerdings umsorgt sie leidenschaftlich.Zum 100. Geburtstag von Anton Tschechow präsentierte der DFF dieses Stück mit einem Studiogastspiel des Deutschen Theaters Berlin.

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