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KATER LAMPE (INSZENIERUNG 50ER JAHRE) (1958)

Fernsehinszenierung der Komödie von Emil Rosenow

Foto: “Unser Rundfunk”, Nr. 22/1958, Seite 24; im Bild von links: Wolfgang Lippert, Hans Flössel und Ilse Kuklinski.

Foto: “Unser Rundfunk”, Nr. 22/1958, Seite 24; im Bild von links: Wolfgang Lippert, Hans Flössel und Ilse Kuklinski.

Autor: Emil Rosenow
Fernsehfassung: Martin Reinhardt
Szenenbild: Eberhard Schrake
Kostüme: Alice Bartsch
Kamera: Klaus Dorner/Hannelore Großmann/Ingrid Rosemann
Inszenierung: Werner Wieland
Bildregie: Ruth Heucke-Langenscheidt

Personen und ihre Darsteller:

Ermischer, Gemeindevorstand (Fred Mahr), seine Frau (Ingeborg Werzlau), Maari, Magd (Ilse Kuklinski), Neubert, Spielwarenverleger (Heinz-Werner Pätzold), seine Frau (Annemarie Siemank), Hartmann Schönherr, Holzdrehermeister (Rudolf Christoph), seine Frau (Angelika Hurwicz), Gertrud (Monika Lennartz), Neumerkel, Geselle (Thankmar Herzig), Weigel, Bezirksgendarm (Wolfgang Lippert), Seifert, Gemeindediener (Karl Kendzia), seine Frau (Inge Herbrecht), Ulbrich, Landbriefträger (Hans Flössel), seine Frau (Ursula Braun).

Sendedaten:

25.05.1958 Erstausstrahlung

Inhalt:

Die Uraufführung der erzgebirgischen Dialektkomödie “Kater Lampe”, eines im wahrsten Sinne des Wortes Volksstücks, fand am 2. August 1902 in Breslau statt. Der Autor Emil Rosenow (1871-1904) führte die Zuschauer in das Spielzeugmachermilieu, das im Erzgebirge seine Heimat hatte, und vermittelte ein realistisches Bild vom Dasein der kleinen Leute und ihres kleinen Sieges, den sie über die Obrigkeit erringen.
In einem Dorf des Erzgebirges treibt ein Kater sein Unwesen. Das Tier des armen Schnitzergesellen Neumerkel (Thankmar Herzig) war so dreist, sogar die Pelzsachen der Frau des Spielwarenunternehmers Neubert zu “beschmutzen”. Das wollen sich die feinen Neuberts (Heinz-Werner Pätzold/Annemarie Siemank) natürlich nicht gefallen lassen, weshalb sie beim Gemeindevorsteher Ermischer (Fred Mahr) Schadenersatz einfordern. Letzterer, einer der wenigen begüterten Bauern im Dorf, hat aber zur Zeit ganz andere Sorgen, denn er fürchtet um sein Amt, weil es in der Amtshauptmannschaft einen neuen Vorgesetzten gibt, den Ermischer nicht so recht einschätzen kann. Diese Unsicherheit in Ermischers Handeln will Neubert ausnutzen, um bei seinem Bestreben, selbst Gemeindvorstand zu werden, voranzukommen. Doch Ermischer reißt sich zusammen, und um sein konsequentes Agieren aller Welt unter Beweis zu stellen, arretiert er Neumerkels Katze persönlich. Der Gemeindediener Seifert (Karl Kendzia) wird dann beauftragt, die Katze für eine Zeit in Gewahrsam zu nehmen. Doch Seifert ist zu gutmütig und ein von allen geprügelter Hund, er wird von seiner Frau (Inge Herbrecht) angestiftet, die Katze zu schlachten, damit man wie die besseren Leute einmal Fleisch im Topf habe. Als jedoch die Katze im Ofen gebraten wird, bekommen die Seiferts Besuch vom Bezirksgendarm Weigel (Wolfgang Lippert) und vom Landbriefträger Ulbrich (Hans Flössel), die erahnen, was da im Ofen vor sich hinschmort, auch wenn Frau Seifert behauptet, dass es sich um einen tot aufgefundenen Hasen handele. Beide sehen aber davon ab, das Ganze zu ahnden, weil sie im Gegenzug zum “Hasenbratenessen” eingeladen werden.
Doch der Fluch der bösen Tat naht in Gestalt von Neumerkel, dem eine Erbschaft zufiel und der nun seine Katze wieder haben möchte. Damit kommt die Wahrheit ans Tageslicht, und Amtsträger wie Weigel und Ulbrich hängen dick in der Sache mit drin. Auch Neubert, der versucht hatte, mit Freibier Stimmen für die nächste Gemeindewahl zu gewinnen, unterlässt weitere Maßnahmen zur Verfolgung der Sache, um nicht in diesen politischen Skandal mit hinein zu rutschen. Aber die kleinen Leute haben endlich einmal Grund zum Lachen und zur Schadenfreude, ihnen scheint ein kleiner Erfolg gegen die mächtige und gar nicht so korrekte Obrigkeit gelungen zu sein.

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